
- Dunkelfeldstudie zu Gewalt an Frauen.
- Hohe Dunkelziffer: Nur drei Prozent der Gewalttaten werden angezeigt.
- Straftaten in Partnerschaften bleiben oft unentdeckt.
Millionen Frauen erleben Gewalt - oft unbekannt. Viele Straftaten werden nicht angezeigt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine neue Dunkelfeldstudie deckt erschreckende Zahlen auf und macht sichtbar, was immer noch im Verborgenen geschieht.
Neue schockierende Studie zu Gewalt gegen Frauen: Straftaten werden selten angezeigt
Die von der Polizei registrierten sexuellen Übergriffe auf Frauen in Deutschland bilden nur einen verschwindend kleinen Teil der verübten Straftaten ab. Das zeigen die Daten einer umfangreichen Studie im Auftrag der Bundesregierung. Demnach werden Frauen zwar deutlich häufiger Opfer sexueller Übergriffe als Männer, bringen diese jedoch deutlich seltener zur Anzeige als männliche Opfer. Den Angaben zufolge wurden 1,5 Prozent der Frauen und 0,2 Prozent der Männer in den vergangenen fünf Jahren Opfer einer Vergewaltigung.
Die Anzeigequote weiblicher Opfer liegt bei diesen Taten, zu denen Vergewaltigungen und andere nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen zählen, demnach bei drei Prozent. Männliche Opfer zeigen entsprechende Übergriffe laut Studie in 14,5 Prozent der Fälle an. Allerdings weisen die Forscherinnen und Forscher darauf hin, dass die Anzeigequote der Männer aufgrund der niedrigen Zahl von Fällen mit Messungenauigkeit verbunden sei.
Auch fällt auf, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Sexualdelikte, die Männer betreffen, auch von Männern verübt wird. Während bei gegen Frauen gerichteten sexuellen Übergriffen die Täter zu 98,2 Prozent männlich sind, ist bei 33,7 Prozent der gegen Männer gerichteten sexuellen Übergriffe auch der Täter ein Mann.
Tödliche Gewalt in der Partnerschaft trifft hauptsächlich Frauen
Blickt man auf die Gewalt zwischen Partnern oder Ex-Partnern, so zeigt sich: Etwa 90 Prozent der körperlichen Gewalt hat sich hier innerhalb der Partnerschaft ereignet. 8,4 Prozent der männlichen Betroffenen und 5,6 Prozent der weiblichen Betroffenen berichten von körperlicher Gewalt nach Beendigung der Beziehung.
Dass diese jedoch häufig sehr gravierende Folgen haben kann - vor allem für Frauen, zeigt die Polizeistatistik. 2024 sind in Deutschland 308 Frauen und Mädchen gewaltsam getötet worden, 191 davon durch Partner, Ex-Partner oder andere Familienmitglieder. Bundesweite Zahlen für 2025 liegen bislang nicht vor.
Studie deckt auf: Gewalt in der Kindheit
Was die Studie auch aufdeckt: Jeder zweite Mensch in Deutschland hat in der Kindheit oder Jugend körperliche Gewalt erfahren. Die Daten zeigen, dass 49,3 Prozent der Frauen als Minderjährige mindestens einmal geschlagen oder körperlich verletzt wurden. Unter den Männern lag der Anteil bei 51,7 Prozent. Von sexuellen Übergriffen in der Kindheit und Jugend waren demnach deutlich mehr Frauen (fünf Prozent) betroffen als Männer (1,9 Prozent).
Schläge in der Kindheit sind in Deutschland ausdrücklich verboten. Im entsprechenden Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuches heißt es wörtlich: "Das Kind hat ein Recht auf Pflege und Erziehung unter Ausschluss von Gewalt, körperlichen Bestrafungen, seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Maßnahmen."
Sexuelle Belästigung durch Fremde
Das von der Bundesregierung beauftragte Umfrageinstitut Verian hat auch Daten zu verschiedenen Formen sexueller Belästigung erhoben. Unerwünschte Kussversuche oder Berührungen sowie exhibitionistische Handlungen haben 14,5 Prozent der Frauen in den vergangenen fünf Jahren erlebt. Bei den Männern berichteten 4,6 Prozent von entsprechenden Erfahrungen.
Während Männer derartige Formen von Belästigung oft durch flüchtig Bekannte erleben (45,1 Prozent), sind es bei den Frauen häufiger Fremde (45,7 Prozent). Laut Studie haben 17,3 Prozent der Frauen und 18,8 Prozent der Männer solche unangenehmen Erlebnisse in der Schule, im Studium, in der Ausbildung oder bei der Arbeit gehabt.
Zugewanderte erleben häufiger Gewalt in Partnerschaften
Menschen mit Migrationshintergrund sind den Angaben zufolge stärker von Gewalt durch Partner oder Ex-Partner betroffen als Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte. Unter den Menschen mit Migrationshintergrund haben demnach in den vergangenen fünf Jahren 7,6 Prozent der Frauen und 7,4 Prozent der Männer körperliche Gewalt innerhalb der Partnerschaft beziehungsweise durch Ex-Partner erlebt. Von den Menschen ohne Migrationshintergrund waren in diesem Zeitraum 4,3 Prozent der Frauen und 5,6 Prozent der Männer betroffen.
Unterschiede gibt es auch bei der Art der Gewalt. Während betroffene Männer etwas häufiger als Frauen von einer leichten Ohrfeige berichten, geben Frauen häufiger als Männer an getreten oder gestoßen worden zu sein. Eine Person hat einen Migrationshintergrund im Sinne der Studie, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt.
Familienministerin Prien alarmiert
Die Zahlen sind alarmierend. Familienministerin Karin Prien verdeutlicht, dass "die Zahlen sichtbar machen, was lange im Verborgenen lag." Sie macht auf die Dunkelziffer aufmerksam. "Das Dunkelfeld bei partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt ist riesig. Gewalt ist kein Randphänomen, sie betrifft Millionen Menschen in unserem Land. Fast jede sechste Person erlebt körperliche Gewalt in der Partnerschaft – und 19 von 20 Taten werden nicht angezeigt", zitiert sie die "Bild"-Zeitung.
Hintergrund zur Dunkelfeldstudie
Die repräsentative Dunkelfeldstudie mit dem Titel "Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag" - für die zwischen Juli 2023 und Januar 2025 bundesweit insgesamt 15.479 Menschen im Alter zwischen 16 und 85 Jahren befragt worden waren - beantwortet auch einige Fragen, die nicht Gegenstand der jährlich veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sind, da diese nur Delikte umfasst, die der Polizei bekanntgeworden sind. Dunkelfeldstudien versuchen, das tatsächliche Ausmaß von Kriminalität aufzudecken, da nicht alle Taten zum Beispiel aus Scham oder Misstrauen angezeigt werden.
So will die Politik Frauen besser schützen
Um Frauen künftig besser vor gewalttätigen Ex-Partnern zu schützen, hat das Bundeskabinett im November beschlossen, dass Familiengerichte die Täter künftig zum Tragen einer elektronischen Fußfessel verpflichten können sollen. Nähert sich der Täter - wissentlich oder unwissentlich -, wird das Opfer über ein Empfangsgerät gewarnt und kann sich gegebenenfalls rechtzeitig in Sicherheit bringen oder Unterstützung suchen. Auch die Polizei soll automatisch alarmiert werden, wenn sich ein Täter nähert. Demnächst steht die erste Beratung zu dem Vorhaben im Bundestag an.
Haben Sie, ein Angehöriger oder Freunde sexuelle Gewalt erlebt? Beim "Hilfetelefon Sexueller Missbrauch" erhalten Sie Hilfe unter der Telefonnummer: 0800 22 55 530. Weitere Hilfsangebote finden Sie
Weitere News aus dem Politik-Ressort:
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Tennis News: Maria verliert Auftaktmatch beim WTA-Turnier in Doha09.02.2026 - 2
NBA 2026: NBA-Boss unzufrieden: Absichtlich verlieren muss aufhören15.02.2026 - 3
SC Freiburg News: Freiburg und Mainz vor Halbfinal-Einzug im Europapokal15.04.2026 - 4
Fußball News: Dämpfer im Titelrennen: Arsenal verliert gegen Bournemouth11.04.2026 - 5
Rachael Carpani ist tot: "McLeods Töchter"-Liebling mit nur 45 Jahren unerwartet gestorben16.12.2025 - 6
WTA Tennis in Charleston Ergebnis: Yue Yuan überwältigt Kajsa Rinaldo Persson28.03.2026 - 7
Mordkommission ermittelt: Rund 50 Hinweise zur Leiche im Wattenmeer nach TV-Sendung09.04.2026 - 8
NBA 2026: Philadelphia 76ers gegen Utah Jazz im Livestream03.03.2026 - 9
Olympia 2026: "Mittleres Desaster": Russin nimmt Skier von Hennig Dotzler22.02.2026 - 10
NFL: "Aaron Glenn hat trotz der Schwierigkeiten von Brady Cook keinen Wechsel des Jets-Quarterbacks in Betracht gezogen"22.12.2025 - 11
Ella Endlich auf Tour 2026/2027: Diese Termine dürfen Sie nicht verpassen16.04.2026 - 12
WTA Tennis in Austin Liveticker: Lulu Sun gegen Paula Badosa11.03.2026 - 13
NBA Liveticker: Los Angeles Lakers vs. Oklahoma City Thunder der Ticker mit allen Punkten11.02.2026 - 14
Champions League: Hjulmand vor Arsenal-Rückspiel: "Gerade erst angefangen"16.03.2026 - 15
NBA 2026: Miami Heat - Washington Wizards live streamen04.04.2026
Ähnliche Artikel
NBA Finals Liveticker: New York Knicks vs. Atlanta Hawks Scores auf einen Blick21.04.2026
NBA Finals Liveticker: Cleveland Cavaliers vs. Toronto Raptors Spielverlauf und Punkte21.04.2026
NBA 2026: Dramatisches Finish - Orlando Magic verlieren hauchdünn gegen Orlando Magic21.04.2026
NBA 2026: Zitterpartie - San Antonio Spurs retten sich zum Sieg21.04.2026
SYNTAINICS MBC vs. Würzburg Baskets im Livestream und Free-TV: Formkurve und Fan-Infos zum BBL-Duell in Weißenfels20.04.2026
Jena vs. Gladiators im Livestream: Vorschau zum BBL-Spiel am Samstag20.04.2026
TSVE 1890 Bielefeld - TSG Altenhagen-Heepen 4 (Handball): Spieler vom TSVE 1890 Bielefeld sieht Rot20.04.2026
SG Oeversee/Jarplund-Weding 2 - SG Mittelangeln (Handball): 16 Treffer von Dennis Michaelsen bei Heimsieg20.04.2026
Basketball: Wehmütig: Nowitzki hätte gerne mit WM-Titeltruppe gespielt20.04.2026
Madrid Open: Dino Prizmic besiegt Christopher O'Connell20.04.2026
Madrid Open: Zsombor Piros entscheidet das Duell souverän gegen Tomas Barrios Vera20.04.2026
Köln: Eisbären Berlin folgen Adler Mannheim ins DEL-Finale20.04.2026
Madrid Open: Francesco Maestrelli wird dominiert von Nicolai Budkov Kjaer20.04.2026
Madrid Open: Patrick Kypson entscheidet das Duell souverän gegen Moise Kouame20.04.2026
WTA Tennis in Madrid Ergebnis: Ksenia Efremova besiegt überzeugend Lulu Sun20.04.2026
WTA Tennis in Madrid Ergebnis: Sinja Kraus dominiert das Spiel gegen Martina Trevisan20.04.2026
WTA Tennis in Madrid Ergebnis: Anastasia Potapova beherrscht das Match gegen Teodora Kostovic20.04.2026
Unfall: Auto fährt in Gemüse-Geschäft - Kunde verletzt20.04.2026
Drama um gestrandeten Wal: Wal-Drama: Backhaus will die Nacht vor Ort auf Boot bleiben20.04.2026
Kriminalität: USA: Leiche im Kofferraum - Mordanklage gegen Tiktok-Musiker20.04.2026
































