
Problem 1: Die WM-Prämien
Zwar bekommt der künftige Weltmeister für den Titelgewinn die Rekordsumme von 50 Millionen Dollar, nach heutigem Wechselkurs rund 42,4 Millionen Euro. Und auch der Gesamttopf ist mit 727 Millionen Dollar so prall gefüllt wie noch nie. Aber: Faktisch sinken die Gelder für die meisten Teams, die nicht den goldenen WM-Pokal gewinnen.
"Es wird zwar immer suggeriert, dass es immer ein noch mehr und größer wird, was die Gesamtprämien angeht, aber man darf nicht vergessen, der Kuchen wird ja auch durch 48 geteilt", sagte Rettig. Am Turnier in den USA, Mexiko und Kanada nehmen 16 Teams mehr teil als noch beim letzten Turnier 2022.
10,5 Millionen Dollar fix
Für die allermeisten Mannschaften wird es im Vergleich zur Katar-WM niedrigere Prämien geben. Fix planen kann auch der DFB von der FIFA mit 1,5 Millionen Dollar für die Vorbereitungskosten und 9 Millionen Dollar Startgeld. Finanziert werden müssen davon unter anderem das WM-Quartier in North Carolina, die gesamte Turnierlogistik für den DFB-Tross und auch die Prämien für die Spieler.
Die Summe steigt mit jeder erreichten K.o.-Runde. Für den WM-Sieg 2014 hatte die Nationalmannschaft 35 Millionen Dollar für den DFB eingespielt, damals rund 25,7 Millionen Euro. Durch das Vorrundenaus 2018 in Russland und 2022 in Katar erlitt der Verband erhebliche finanzielle Einbußen.
Problem 2: Der Wechselkurs
Der DFB muss den Finanzmarkt genau im Blick haben, denn die diversen Kriege und Krisen in der Welt sorgen auch für wirtschaftliche Turbulenzen. "Die Prämien werden in Dollar bezahlt und die Antrittsgelder. Ja, aber Sie sehen, was los ist auf dem Markt. Wir sehen die Schwankungsbreite auch des Dollar. Auch das ist kein guter Garant für eine seriöse Planung und eine Berechenbarkeit", monierte Rettig.
Problem 3: Die Steuergesetze in den USA
Die Gesetzgebung zur Versteuerung der WM-Prämien bereitet dem DFB laut Rettig "wirklich Unbehagen". Der Hintergrund: In den jeweiligen Bundesstaaten werden die Gewinne unterschiedlich steuerlich belastet. Je nach Spielort oder Aufenthaltsort kann der Fiskus unterschiedlich auf die Prämien zugreifen. Der WM-Bonus würde schwinden. Teams, die in Mexiko oder Kanada residieren oder aus dem Turnier ausscheiden, könnten im Vorteil sein.
Beim FIFA-Kongress am 30. April in Vancouver könnte der Unmut der WM-Teilnehmer zum Konfliktpunkt mit der FIFA werden. Dem Vernehmen nach verlangen gerade die großen Verbände, die meist höhere Logistikkosten für Unterkunft und Reisen haben, von Gianni Infantino eine Lösung. Der FIFA-Boss soll seine hervorragenden Kontakte zu US-Präsident Donald Trump nutzen, um eine einheitliche und gerechte Lösung zu finden.
Wichtig für Rettig: Die wirtschaftlichen Fragen dürfen mit WM-Anpfiff kein Thema mehr sein. "Also es sind noch ein paar Themen, aber das soll uns alles nicht daran hindern, Curaçao im ersten Spiel zu schlagen", sagte der DFB-Geschäftsführer.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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